
Unter Pseudostottern verstehen wir eine gezielte logopädische Technik, bei der Stottersymptome absichtlich und kontrolliert nachgeahmt werden. Im Gegensatz zum echten Stotterereignis geschieht dies völlig locker, unverkrampft und freiwillig.
Was bedeutet das konkret? Es mag paradox klingen, das Stottern absichtlich herbeizuführen, doch genau darin liegt der therapeutische Erfolg. Pseudostottern ist ein zentraler Baustein der Desensibilisierungsphase. Das Ziel ist es, die begleitende Angst und Schamgefühle schrittweise abzubauen.
Kontrolle gewinnen: Der Patient entscheidet selbst, wann, wie lange und bei welchem Wort er „stottert“. Dadurch verliert das Stottern seinen Schrecken als unkontrollierbarer Kontrollverlust.
Spielerisches Erkunden: Durch das bewusste Variieren von Wiederholungen oder Dehnungen lernt der Sprecher die Mechanismen seiner Artikulation genau kennen.
Abhärtung (Desensibilisierung): Indem man das Stottern provoziert – auch in Alltagssituationen –, gewöhnt man sich an die Reaktionen der Umwelt und merkt: „Ich kann stottern und trotzdem meine Botschaft vermitteln.“
In der Therapie in der Praxis Sprechzeit in München-Moosach nutzen wir Pseudostottern als Brücke. Wenn die Angst vor dem Stottern sinkt, nimmt paradoxerweise oft auch die Häufigkeit der echten Stotterereignisse ab. Wir begleiten Sie dabei, diese Technik zunächst im geschützten Raum der Praxis und später souverän im Alltag anzuwenden, um echte Sprechfreude (wieder) zu finden.
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