Unter einem Schetismus verstehen wir die fehlerhafte Bildung oder das Ersetzen des Lautes „Sch“. In der natürlichen Sprachentwicklung ist das „Sch“ ein recht komplexer Laut, da er sowohl eine bestimmte Zungenwölbung als auch eine aktive Lippenrundung („Schmolllippen“) erfordert.
Was bedeutet das konkret? Wir unterscheiden in der Logopädie verschiedene Ausprägungen:
Ersetzung: Häufig wird das „Sch“ durch ein einfaches „S“ ersetzt. Aus der „Schule“ wird dann die „Sule“ oder aus dem „Fisch“ der „Fis“.
Fehlbildung (Lateraler Schetismus): Hierbei entweicht die Luft nicht vorne über die Zungenmitte, sondern seitlich an den Backenzähnen vorbei. Das Geräusch klingt dann oft „feucht“ oder schlabbernd.
Addentaler/Interdentaler Schetismus: Ähnlich wie beim Lispeln kann die Zunge zu weit vorne an oder zwischen den Zähnen liegen, wodurch der Laut seine charakteristische Schärfe verliert.
Warum ist das „Sch“ so wichtig? Das „Sch“ ist ein sogenannter „Strömungslaut“. Damit er sauber klingt, muss die Zunge an den Seiten fest am Oberkiefer anliegen und in der Mitte eine Rinne bilden, durch die die Luft nach vorne schießt. Gleichzeitig müssen die Lippen leicht vorgestülpt sein.
In der Therapie in der Praxis Sprechzeit in München-Moosach nutzen wir oft bildhafte Vergleiche wie die „Lokomotive“ oder das „Leise-Sein-Geräusch“. Wir trainieren die Lippenkraft und die gezielte Luftlenkung. Ob spielerisch in der Praxis oder als Unterstützung für zu Hause – wir helfen dabei, dass das „Sch“ wieder kräftig und deutlich klingt, damit Wörter wie „Schnee“ oder „Schatz“ ihre richtige Form finden.
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