Sprachautomatismen

Logopädie Lexikon


 


Sprachautomatismen

Unter Sprachautomatismen verstehen wir unfreiwillige, sich ständig wiederholende Lautfolgen, Wörter oder Phrasen, die im Rahmen einer schweren Aphasie (Sprachstörung nach einer Hirnschädigung) auftreten. Diese Äußerungen passen weder inhaltlich noch grammatikalisch in den Kontext des Gesprächs und können vom Betroffenen kaum oder gar nicht unterdrückt werden.

Was bedeutet das konkret? Man kann sich das wie eine „Hängen gebliebene Schallplatte“ im Gehirn vorstellen. Obwohl der Patient vielleicht etwas ganz Bestimmtes sagen möchte, produziert das Sprachzentrum immer wieder dieselbe stereotype Äußerung.

Wir unterscheiden dabei verschiedene Formen:

  • Inhaltsleere Silbenketten: Der Patient wiederholt ständig dieselbe Silbe (z. B. „dodododo“ oder „tan-tan“).

  • Wort-Automatisismen: Ein reales Wort wird ständig wiederholt (z. B. „ja-ja-ja“ oder „Gott-Gott“), völlig unabhängig davon, ob es als Antwort passt.

  • Phrasen-Automatisismen: Komplette Redewendungen werden als ständige Antwort genutzt (z. B. „Ich weiß nicht“, „So ist das“).

Warum passiert das? Durch die Hirnschädigung ist die bewusste Auswahl von Wörtern blockiert. Das Gehirn greift stattdessen auf tief eingeschliffene, automatisierte Muster zurück, um überhaupt eine Lautäußerung zu produzieren.

 

In der Therapie in der Praxis Sprechzeit in München-Moosach ist unser erstes Ziel, diesen „Teufelskreis“ der Wiederholungen zu durchbrechen. Wir nutzen spezielle Techniken, um den Redefluss zu hemmen und dem Gehirn alternative Wege zur Kommunikation aufzuzeigen – oft über Melodien, Rhythmus oder mimische Unterstützung. Unser Ziel ist es, die Kontrolle über die Sprache Schritt für Schritt zurückzugewinnen, damit aus dem Automaten wieder ein bewusster Sprecher wird.