Wortschatz

 


Wortschatz (Lexikon)

Unter dem Wortschatz versteht man die Gesamtheit aller Wörter, die einer Person zur Verfügung stehen. In der Sprachwissenschaft und Logopädie wird dieser Schatz im sogenannten „mentalen Lexikon“ im Gehirn gespeichert – wie in einer riesigen, vernetzten Datenbank.

Was bedeutet das konkret? Wir unterteilen den Wortschatz in zwei wesentliche Bereiche:

  1. Rezeptiver Wortschatz (Passiv): Das sind alle Wörter, die wir verstehen, wenn wir sie hören oder lesen, aber selbst nicht unbedingt benutzen. Dieser Bereich ist bei jedem Menschen deutlich größer als der aktive Teil.

  2. Expressiver Wortschatz (Aktiv): Das sind die Wörter, die wir im Alltag spontan beim Sprechen oder Schreiben abrufen und verwenden können.

Wie sind Wörter im Gehirn gespeichert? Wörter liegen dort nicht einfach ungeordnet herum. Sie sind in Netzwerken organisiert. Wenn wir an das Wort „Baum“ denken, werden automatisch verwandte Begriffe wie „Blatt“, „Wald“, „Grün“ oder „Apfel“ mitaktiviert. Je besser diese Vernetzung ist, desto schneller finden wir das richtige Wort.

Wann wird der Wortschatz zum Thema in der Logopädie?

  • Wortschatzdefizit: Ein Kind lernt deutlich langsamer neue Wörter als Gleichaltrige.

  • Wortfindungsstörung: Das Wort ist zwar bekannt, kann aber im entscheidenden Moment nicht „abgerufen“ werden (der Bibliothekar findet das Buch nicht).

  • Aphasie: Nach einer Hirnschädigung gehen Wortbedeutungen oder die Zugriffe darauf verloren.

 

In der Therapie in der Praxis Sprechzeit in München-Moosach arbeiten wir spielerisch und strukturiert am Ausbau dieser Netzwerke. Wir erweitern nicht nur die Anzahl der Wörter, sondern festigen auch deren Bedeutung und Verknüpfung. Unser Ziel ist es, dass Sie oder Ihr Kind über einen lebendigen und sicheren Wortschatz verfügen, um sich in jeder Lebenslage klar ausdrücken zu können.