Wortfindungsstörung

 


Unter einer Wortfindungsstörung versteht man die Schwierigkeit, ein bekanntes Wort aus dem Gedächtnis (dem mentalen Lexikon) abzurufen und auszusprechen. Der Betroffene weiß genau, was er meint, findet aber nicht das passende „Etikett“ dafür. Dies kann als isoliertes Symptom (z. B. bei Müdigkeit oder Stress) auftreten oder Teil einer umfassenderen Sprachstörung (Aphasie) sein.

Was bedeutet das konkret? Man kann sich das Gehirn wie eine riesige Bibliothek vorstellen. Bei einer Wortfindungsstörung ist das Buch (das Wort) zwar vorhanden, aber der Bibliothekar findet den Weg zum Regal nicht oder das Buch ist falsch einsortiert.

Typische Anzeichen sind:

  • Sprechpausen: Lange Pausen mitten im Satz, während nach dem Wort gesucht wird.

  • Füllwörter: Häufiger Gebrauch von „Ähm“, „Dings“, „Halt“ oder „Wissen Sie schon“.

  • Umschreibungen: Statt „Schlüssel“ sagt der Betroffene „das Ding zum Aufschließen“.

  • Wortersetzungen: Es werden ähnliche Wörter benutzt (z. B. „Tisch“ statt „Stuhl“ – siehe Semantische Paraphasie) oder Wörter, die so ähnlich klingen.

Warum tritt das auf? Wortfindungsstörungen können viele Ursachen haben:

  • Neurologisch: Nach einem Schlaganfall, bei Demenzerkrankungen oder nach Schädel-Hirn-Traumata.

  • Entwicklungsbedingt: Bei Kindern im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung.

  • Temporär: Durch starke emotionale Belastung, Schlafmangel oder im Rahmen einer Migräne.

In der Therapie in der Praxis Sprechzeit in München-Moosach arbeiten wir mit verschiedenen Strategien. Wir „ebnen“ die Pfade im Gehirn neu, indem wir Wortfelder aktivieren, Oberbegriffe trainieren oder den Abruf über andere Reize (wie Anlaute oder Bilder) erleichtern. Zudem vermitteln wir hilfreiche Strategien für den Alltag, um Blockaden geschickt zu umgehen und die Kommunikation flüssig zu halten.